Myopie-Kontrolle

Myopie-Kontrolle oder Myopie-Management bedeutet die Kurzsichtigkeit (Myopie) stoppen bzw. in den Griff bekommen. Die weltweit häufigste Form der Fehlsichtigkeit ist heutzutage die Kurzsichtigkeit.

Myopie-Kontrolle funktioniert bei unseren Kindern ab 5-6 Jahren. In Zusammenarbeit mit einem Augenarzt können wir in frühen Kindesjahren die Progression der Kurzsichtigkeit verlangsamen oder sogar stoppen.

Wie funktioniert Myopie-Kontrolle?

Momentan gibt es folgende Möglichkeiten für eine Myopie-Kontrolle:

  • Kontaktlinsen
  • Pharmakologische Mittel
  • Brillengläser

Kontaktlinsen

Bei Kontaktlinsen sind es zwei Arten:

  • Spezielle weiche Kontaktlinsen
  • Orthokeratologie Kontaktlinsen

Bei den speziellen weichen Kontaktlinsen handelt es sich um Mehrstärkenkontaktlinsen. Diese Linsen haben - wie der Name schon sagt - mehrere Stärken. Mittlerweile sind Tages-, 1/3/6-Monats- und Jahreslinsen in diesen Arten erhältlich.

Bei der Orthokeratologie oder kurz Ortho-K handelt es sich um harte Kontaktlinsen, die zur Korrektur über Nacht getragen werden. Ähnlich wie eine Zahnspange. Über Nacht korrigiert die Kontaktlinse die Kurzsichtigkeit indem die Hornhaut sanft modeliert wird. Durch die «neue Form» der Hornhaut wird ein Fortschreiten der Myopie reduziert.

Das Kontaktlinsentragen für Kinder ist sicher und die grosse Mehrheit von ihnen hat keine Probleme, sich diese selbst auf- und abzusetzen.

Pharmakologische Mittel

Das aus der Tollkirsche gewonnene Atropin kann zur Myopie-Prävention eingesetzt werden. Das Atropin – übrigens ein Nervengift – lähmt die Fähigkeit vom Auge sich auf nahe Distanzen einzustellen (Akkommodation). Die Nebenwirkungen beim niedrig dosierten Atropin von 0.01% sind gering.

Brillengläser

Zur Reduzierung der Kurzsichtigkeit forschen die Glashersteller nach dem geeigneten Produkte. Die derzeitig angebotenen Brillengläser haben leider noch einen geringen Effekt.

Ein Drittel der europäischen Kinder wird kurzsichtig

Die Kurzsichtigkeit nimmt in Europa stark zu. Es gibt eine Verdoppelung der kurzsichtigen Kinder innerhalb einer Generation. In Europa wird ein Drittel der Kinder kurzsichtig sein, wenn sie die Schulzeit abgeschlossen haben.

Risikofaktoren für eine Kurzsichtigkeit

Folgendes begünstigt eine Kurzsichtigkeit:

  • ein Elternteil oder beide sind kurzsichtig
  • weniger als 10cm Entfernung zum Buch, Handy, Tablet etc.
  • mehr wie 2Std. am Tag lernen/spielen in der Nähe
  • wenig als 1.5Std. draussen am Tageslicht spielen

Testen Sie jetzt das Risiko einer hohen Kurzsichtigkeit bei Ihrem Kind.

Das hilft auch gegen die Kurzsichtigkeit

Der Mangel von Sonnenlicht spielt eine grosse Rolle bei der Entstehung einer Kurzsichtigkeit. Bei Kindern unter 7 Jahren ist der Aufenthalt draussen enorm wichtig. Wobei nicht der UV-Anteil wichtig ist, sondern das Tageslicht.

Ca. zwei Stunden jeden Tag am Tageslicht verbringen, halbiert das Risiko für das Auftreten von Kurzsichtigkeit.

Der genaue Mechanismus ist noch nicht klar, jedoch steht das sogenannte Dopamin derzeit in Verbindung mit dem Augenwachstum.

Drei wertvolle Tipps

Folgende Tipps können ganz einfach umgesetzt werden:

  • Optimale Lesedistanz einhalten. Es gilt: Handinnenfläche auf Backe. Unten beim Ellenbogen sollte sich nun das Buch befinden.
  • 20/20/20 Regel: Alle 20 Minuten von der Nahtätigkeit aufblicken und für 20 Sekunden ein Objekt in mehr als 20 Meter Distanz anschauen.
  • Jeden Tag mindestens 90 Minuten im Freien verbringen. Die Idealzeit ist zwischen 08.00 und 14.00 Uhr